Die Pflegereform 2017 bringt verschiedene Änderungen mit sich. Die wahrscheinlich größte Änderung wird die Einführung der Pflegegrade sein. Diese sollen die 3 Pflegestufen ab 2017 ersetzen. Durch die Einführung der Pflegegrade wird es auch neue Leistungen in der Pflegeversicherung geben. Die Leistungen der Pflegeversicherung müssen ab 2017 auf 5 Teile (5 Pflegegrade statt  3 Pflegestufen) aufgeteilt werden.

Wie werden die Leistungen in den Pflegegraden aussehen?

Die folgende Tabelle zeigt die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung in den 5 Pflegegraden. Die Leistungshöhe unterscheidet sich zwischen der ambulanten und vollstationären Pflege erheblich. Dies ist auf die hohen Kosten einer professionellen Pflege zurückzuführen.

Pflegegrad 1 Pflegegrad 2 Pflegegrad 3 Pflegegrad 4 Pflegegrad 5
monatl. Leistungen bei:
häuslicher Pflege durch
Familienangehörige
125,-€ 316,-€ 545,-€ 728,-€ 901,-€
häuslicher Pflege durch
einen ambulanten Dienst
(Pflegesachleistungen)
0,-€ 689,-€ 1298,-€ 1612,-€ 1995,-€
vollstationärer Pflege 125,-€ 770,-€ 1262,-€ 1775,-€ 2005,-€

Demenzkranke werden besser berücksichtigt

Nach der neuen Pflegereform wird der Grad der Selbstständigkeit einer Person ausschlaggebend für den Pflegegrad sein. Es wird also zukünftig geschaut, wie gut eine Person noch alleine Leben kann. Aktuell geht man bei der Begutachtung weitgehend von den körperlichen Gebrechen aus. Somit bekommt ein Demenzkranker, der körperlich fit ist nie eine hohe Pflegestufe zugesprochen. Jedoch müssen Personen mit Demenz oft den ganzen Tag überwacht werden. Sie sind somit genau so wenig Selbstständig wie eine körperlich beeinträchtigte Person. Diese Ungleichheit soll durch die neue Pflegereform beseitigt werden.

Unterschied der Leistungen in Pflegestufen und Pflegegraden

Der Unterschied zwischen den Pflegestufen und Pflegegraden wird sich bei vielen Pflegebedürftigen bemerkbar machen. Wie schon gesagt bekommen gerade psychisch Erkrankte Personen mehr finanzielle Unterstützung. Jedoch können auch Person die aktuell in Pflegestufe 2 eingegliedert sind später Leistungen aus Pflegegrad 3 oder 4 erhalten. Man kann also sagen, dass die Pflegereform vielen Leistungsempfänger zu spricht.

Pflegebedürftige / Leistungsempfänger brauchen keine Angst haben

Menschen die zum Zeitpunkt der Pflegereform bereits pflegebedürftig sind, werden ohne erneute Überprüfung in die Pflegegrade übergeleitet. Sie müssen somit nicht extra die Pflegegrade beantragen. Dies erspart viel Zeit, Arbeit und Nerven. Außerdem brauch auch kein Leistungsempfänger Angst vor finanziellen Einbußen haben. Der Bundestag hat ein Gesetz beschlossen welchen die Leistungsempfänger schützen soll. Das Gesetz besagt, das sich kein Leistungsempfänger nach der Einführung der Pflegegrade schlechter stehen darf wie zuvor.

Wie wird die Pflegereform finanziert?

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung werden auch zukünftig durch die Mitglieder finanziert. Diese müssen eine Erhöhung von 0,5 Prozent in Kauf nehmen.