Die Umstellung auf Pflegegrade ist notwendig, da die aktuelle Begutachtungsweise der Versicherten nicht ausreichend ist. Über die Jahre hat man gemerkt, dass es nicht nur auf den körperlichen Zustand der Pflegebedürftigen ankommt. Pflegebedürftige, die an einer Demenzkrankheit leiden sind oftmals körperlich fit. Sie vergessen jedoch einfache alltägliche Aufgaben. Somit benötigen stark demenziell erkrankte Menschen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Hilfe. Da diese Hilfe im jetzigen System oftmals nicht toleriert wird musste eine Änderung her.

Neues Begutachtungsassesement / Begutachtungsverfahren

Was ist bei der Begutachtung ausschlaggebend?

In der Zukunft ist die Selbstständigkeit der zu pflegenden Person ausschlaggebend für die Pflegeleistungen. Es wird also geschaut, wie der Antragsteller ohne fremde Hilfe den Alltag meistert. Ein Gutachter des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) wird hierzu sein Gutachten vorlegen.

Die nachfolgende Abbildung zeigt die Gewichtung der einzelnen Faktoren zur Erreichung der Pflegegrade.

Der Gutachter des MDK wird zu jedem Bereich seine Einschätzung vorlegen und Punkte verteilen. Anhand dieser Punkte wird später der Pflegegrad ermittelt. Hierzu gibt es vorgegebene Punktzahlen die erreicht werden müssen.

Was wird sich im Bereich der privaten Pflegezusatzversicherung ändern?

Das ist momentan eine gute Frage! Man kann lediglich spekulieren was einmal passieren wird. Allerdings ist es möglich, dass Pflegezusatzversicherungen künftig teurer werden. Da durch die Einführung der Pflegegrade und der somit verbundenen Gesetzesänderung wahrscheinlich neue Pflegezusatztarife entwickelt werden, kann man von einer Erhöhung der Beiträge ausgehen. Inwiefern dies allerdings umgesetzt wird ist momentan sehr ungewiss.

Wann sollte man eine Pflegezusatzversicherung abschließen?

Wer aktuell darüber nachdenkt eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen, sollte dies auch tun. Momentan bieten viele Gesellschaften Ihre normalen Pflegetagegeldversicherungen an. Diese sind bereits auf dem Versicherungsmarkt etabliert und kalkuliert wurden. Man kann somit beruhigt einen solchen Tarif abschließen.

Achtung: Allerdings sollte man unbedingt auf ein Umtauschrecht achten. Dies bedeutet also, dass die Gesellschaften ein Recht auf Tarifumstellung bei einer Gesetzesänderung in der Pflegeversicherung, anbieten. Wenn dies der Fall ist kann man Bedenkenlos eine private Pflegezusatzversicherung abschließen.Durch dieses Recht hat man später die Möglichkeit, ohne erneute Prüfungen in eventuell neue Tarife zu wechseln.

Allgemein gilt jedoch: Je eher desto besser! Da es beim Abschluss einer Pflegezusatzversicherung immer auf das Alter und den Gesundheitszustand des Antragstellers ankommt, sollte man abschließen solange man fit ist. Je älter ein Antragsteller ist desto teurer wird die Versicherung. Außerdem kann man nicht vorhersagen, wie gesund man in 1 bis 2 Jahren noch ist.

Müssen pflegebedürftige Angst vor Schlechterstellung (weniger finanzielle Leistungen) haben?

NEIN! Es gibt bereits einen Gesetzesentwurf, der bereits pflegebedürftige Menschen schützen soll. Dieser besagt, dass sich kein versicherter schlechter steht wie vor den Änderungen. Die aktuellen Pflegestufen werden in entsprechend gleichwertige Pflegegrade (1-5) umgewandelt.
Somit bekommt jeder Pflegebedürftige mindestens die aktuellen Leistungen erbracht.
In verschiedenen Fällen kann es auch mehr finanzielle Unterstützung geben.